International
Gesellschaft & Politik

Sonderermittler verteidigt Trump-Ermittlungen nach Kapitol-Sturm

Kapitol-Sturm: Sonderermittler verteidigt Trump-Ermittlungen

23.01.2026, 07:0923.01.2026, 07:09

Der frühere Sonderermittler Jack Smith hat sich in einer öffentlichen Anhörung vor dem US-Kongress gegen Vorwürfe politisch motivierter Strafverfolgung gegen den Republikaner Donald Trump verteidigt. Smith sagte, er stehe voll hinter seinen Entscheidungen und sehe seine seit gut einem Jahr eingestellte Arbeit im Einklang mit Recht und Gesetz. Nach Monaten juristischen und politischen Tauziehens war es für Smith die letzte grosse Gelegenheit, die Arbeit seines Teams öffentlich zu erklären.

FILE - Rioters storm the West Front of the U.S. Capitol, Jan. 6, 2021, in Washington. (AP Photo/John Minchillo, File)
Storm At The Capitol
2021 stürmten Trump-Anhänger das Kapitol in Washington.Bild: keystone

Die von Smith angestrengten Strafverfahren gegen Trump gelten als abgeschlossen. Sie waren nach Trumps Wahlsieg Ende 2024 wegen des Verbots der Strafverfolgung gegen amtierende Präsidenten eingestellt worden.

Smith, der von 2022 bis 2025 als Sonderermittler im US-Justizministerium tätig war, hatte zwei Ermittlungen gegen Trump geführt: wegen dessen Versuchs, das Ergebnis der Präsidentschaftswahl 2020 zu kippen – einschliesslich der Vorgänge rund um den Sturm von Trumps Anhängern auf das Kapitol am 6. Januar 2021 – sowie wegen des Umgangs mit geheimen Regierungsdokumenten nach dem Ausscheiden aus dem Amt.

Former Justice Department special counsel Jack Smith testifies before the House Judiciary Committee at the Capitol in Washington, Thursday, Jan. 22, 2026. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
Jack Smith
Der ehemalige Sonderermittler Jack Smith.Bild: keystone

Smith: «Überwältigende Beweise» für eine Verurteilung

In der Anhörung vor dem Justizausschuss des US-Repräsentantenhauses warnte Smith, ein Ausbleiben rechtlicher Konsequenzen für mächtige Akteure könne «katastrophale» Folgen für Rechtsstaat und Demokratie haben. Es habe «überwältigende Beweise» gegeben, um Trump in beiden Fällen zu verurteilen. Er wies den Vorwurf zurück, im Auftrag der Regierung des damaligen Präsidenten Joe Biden gehandelt zu haben.

FILE - President Joe Biden walks out to speak at the International African American Museum in Charleston, S.C., Sunday, Jan. 19, 2025. (AP Photo/Stephanie Scarbrough, File)
Joe Biden
Joe Biden war von 2021 bis 2025 Präsident der USA.Bild: keystone

Trump droht nach Anhörung mit neuen Ermittlungen

Nach der Anhörung griff Trump den früheren Sonderermittler scharf an. Auf seiner Plattform Truth Social bezeichnete er Smith als «geistesgestört» und forderte erneut Ermittlungen gegen ihn. Smith müsse «mindestens» wegen Meineids verfolgt werden.

Smith räumte ein, dass seine Aussagen ein persönliches Risiko darstellten. Er gehe davon aus, weiter unter Druck zu geraten, weil entsprechende Signale von der Regierungsspitze kämen. Einschüchtern lassen wolle er sich davon jedoch nicht. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Trump-Anhänger stürmen Kapitol
1 / 19
Trump-Anhänger stürmen Kapitol
Am 6. Januar 2021 wurde das Kapitol in Washington von Trump-Anhängern gestürmt.
quelle: keystone / manuel balce ceneta
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Kapitol-Sturm: Video zeigt bange Minuten im Kongress
Video: twitter
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
6
Zwei Tote bei US-Angriff auf Boot im Pazifik
Das US-Militär hat im östlichen Pazifik erneut ein mutmasslich mit Drogen beladenes Boot angegriffen. Zwei Menschen seien dabei am Freitag getötet worden, eine Person habe überlebt, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Southcom) auf der Plattform X mit.
Zur Story